Es gehört zu den bekanntesten Naturmaterialien: Leder. Zugleich wird es viel diskutiert, neben Echtleder ist Kunstleder heute ein wesentlicher Bestandteil der Möbel- und Bekleidungsindustrie. Dank einzigartiger Eigenschaften, hohem haptischen Komfort und ausgesprochener Langlebigkeit erfreut sich echtes Leder ungebrochener Beliebtheit. Worauf Sie beim Kauf eines qualitativ hochwertigen Lederproduktes, beispielsweise einem Gürtel oder einem Paar Lederschuhe achten sollten, möchten wir Ihnen ausführlich erklären.

Darum ist Leder heute so beliebt

Das aus Tierhaut gewonnene Leder gehört zu den ältesten Stoffen in der Menschheitsgeschichte. Bis heute findet es in vielen Lebensbereichen Anwendung. Dazu gehören neben Mode und Accessoires, Möbel, die Autoproduktion, Sport, die Buchherstellung und Restauration, aber auch das Militär. 

Bereits der Steinzeitmensch Ötzi trug Lederkleidung, was zeigt, wie ursprünglich das Material ist. Gegerbte Tierhaut als Schutz vor Witterung und Kälte, aber auch vor Verletzungen während Kriegen war in allen Jahrhunderten bis hin zur Neuzeit populär. Heute wird Leder vor allem aus modischen Gründen gewählt. Vor allem als Schuhmaterial, aber auch für Gürtel, Taschen und Jacken ist Echtleder ein gern gekaufter Stoff. Neben dem typisch natürlichen Geruch, großer Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit überzeugt vor allem die Haptik. Anders als Kunstleder ist Echtleder atmungsaktiv, dabei variiert diese Atmungsfähigkeit von Lederart zu Lederart. Wer sich für qualitativ hochwertiges Leder entscheidet, hat oft ein Produkt, das für das ganze Leben, zumindest aber über viele Jahre hält.

Einzigartiges Echtleder – So erkennen Sie Qualität 

Da Leder als Naturprodukt nicht immer gleich ist, unterliegt es in Deutschland zahlreichen Normen und Auflagen. So wird gewährleistet, dass nur hochwertiges Leder von geeigneten Tieren verarbeitet wird. Zu den Tieren, aus deren Haut heutzutage Leder gewonnen wird, gehören Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Gämse, Hirsche, Rehe, Büffel, Bisons, Pferde, Kängurus, Strauße, Reptilien wie Schlangen und Krokodile, Fische sowie Elefanten. 

Um ein gutes Echtleder zu erkennen, gibt es zahlreiche Prüfmethoden, die vor allem chemische und biologische Eigenschaften, wie Geruch, Glanzgrad, Knickverhalten, Wasserdurchlässigkeit, Lichtechtheit und Haptik. Es gibt jedoch auch Merkmale, die Sie direkt als Laie prüfen können:

  • Natürliche Optik. Gutes Leder wirkt natürlich und hat eine makellose Oberfläche.
  • Narbung. Diese sollte rein sein und ungeprägt, damit das Leder wirklich natürlich wirkt.
  • Weichheit. Mit einigen wenigen Ausnahme sollte sich Leder immer weich und geschmeidig anfühlen.
  • Farbe. Häufig wird ein Schutzfilm auf Leder aufgetragen, welches es robuster macht. Diese sollte so dünn sein, dass es die natürliche Lederfarbe nicht beeinträchtigt.
  • Atmungsaktivität. Da Leder als Naturmaterial atmungsaktiv ist, darf diese Eigenschaft nicht von chemischen Behandlungen eingeschränkt werden.
  • Stabilität. Zwar gibt es Unterschiede bei einzelnen Lederarten, jedoch ist Leder allgemein sehr widerstandsfähig und reißfest. 

So wird Leder hergestellt

Da Leder ein durchaus preisintensives Material ist, lohnt es sich, der Frage nachzugehen, wie dieser Preis zusammenkommt. Vor allem unter den Gesichtspunkten Tierwohl und Qualität in der Verarbeitung ist es nötig zu wissen, wie das Leder hergestellt wird, das Sie kaufen wollen.

Ganz allgemein gilt: Sie sollten alle Informationen schnell zur Verfügung haben, Transparenz ist bei der Lederherstellung essentiell. Zum einen, um Tierleid auszuschließen, und zum anderen, um Ressourcen zu schonen und ein natürliches, hochwertiges Produkt zu erhalten. Leder wird in knapp 40 kleinen Arbeitsschritten hergestellt, was schon allein den häufig sehr hohen Preis erklärt. Die Ledermanufaktur erwirbt die oft schon gegerbten Tierhäute als Rohmaterial, um sie weiterzuverarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt ist die Lederhaut noch schnell verderblich und vollständig organisch. 

In einem aufwändigen, mehrteiligen Prozess wird das eigentliche Leder gewonnen:

  1. Konservieren: In der Gerberei wird die rohe Haut in Salz oder durch Trocknen konserviert.
  2. Weichen: Nach der Ankunft in der Ledermanufaktur wird das Rohleder von eben jenen Salzen durch Einweichen in Wasser befreit. Auch grober Schmutz lässt sich so lösen, zudem erreicht das Rohleder seinen natürlichen Wassergehalt, was für die Weiterverarbeitung essentiell ist. 
  3. Äschern: Um das Rohleder von Haaren und der Oberhaut zu befreien, wird Kalk und eine Schwefelverbindung zugesetzt. So werden die Hautfasern auf die Aufnahme der Gerbstoffe vorbereitet. 
  4. Entfleischen: Mit Hilfe scharfer Messerwalzen werden das Unterhautgewebe, Fleischreste und nicht-kollagene Eiweiße sowie Fett vom Rohleder gelöst.
  5. Spaltung: Hier wird der haarseitige Narbenseite des Rohleders von der körperseitigen Fleischseite getrennt. Aus dem sogenannten Narbenspalt wird schließlich Glattleder gewonnen, aus der Fleischseite unter anderem Veloursleder.
  6. Blöße: Die nun erhaltene, rohe Haut hat den Fachbegriff Blöße und ist bereits jetzt besonders strapazierfähig.
  7. Beizen und Pickeln: In diesem Schritt werden dem Leder Säuren und Enzyme zugesetzt, um es für die Gerbung vorzubereiten.
  8. Gerben: Zunächst wird das Leder wieder mit Säure und Salz vorbereitet, bevor es im Anschluss mit einem Wasser-Gerbstoff gemischt versetzt wird. So wird es robust gegen Wärmeeinwirkung und widerstandsfähig gegen Fäulnis.
  9. Abwelken: Um das Leder wieder zu entwässern, wird es durch riesige Walzen gezogen.
  10. Sortieren und Falzen: Nachdem das Leder in verschiedene Qualitätsgruppen aufgeteilt wurde, zieht man es noch einmal durch Walzen, um es auf eine gleichmäßige Stärke zu bringen.
  11. Nasszurichtung: In diesem Schritt wird die während der Gerbung zugegebene Säure neutralisiert. Im Anschluss wird das Leder gefärbt und gefettet, wobei diese Schritte sich je nach Lederart unterscheiden.
  12. Trocknen: Durch Abwelken und Ausrecken wird übriges Wasser aus den Lederfasern gedrückt und das Leder geglättet. Danach wird es erst getrocknet und dann erneut gewalkt, um Verklebungen, die während des Trocknungsprozesses entstehen, zu lösen. 
  13. Hydrophobierung: Um das Leder gegen Wasser und Schmutz robust zu machen, wird es imprägniert.
  14. Zurichten: Abhängig von der gewünschten Optik wird das Leder in der Trockenzurichtung bedruckt, geprägt, mattiert oder geglättet. In diesem Schritt kann sich die Optik des Leders noch einmal stark verändern.
  15. Endkontrolle: Um die Qualität des Leders final zu bewerten, wird geprüft, ob während des Herstellungsprozesses alle Anforderungen eingehalten wurden. Im Anschluss wird das Leder sortiert, vermessen, verpackt und an die jeweiligen Manufakturen geschickt.

Gute Lederschuhe für Herren das sind die beliebtesten Modelle

Vor allem bei Festlichkeiten wie Hochzeiten oder anderen Familienfeiern greifen Männern gern zu eleganten Lederschuhen. Dabei gibt es verschiedene Schuhe aus Leder, die infrage kommen.

Budapester

Ursprünglich war dies ein sehr bequemer Schuh, der sich durch seine geschwungenen Flügelkappen auszeichnet. Heute werden fälschlicherweise auch Brogues als Budapester bezeichnet. Der echte Budapester passt zu Business-Casual-Looks, zu Chinos und Cordhosen.

Oxford

Dieser elegante Schuh ist ein wahrer Klassiker. Er kommt mit einer sogenannten geschlossenen Schnürung und ist die erste Wahl bei sehr formellen Anlässen. Er passt zu einem Businessanzug sowie zu edlen Abendanzügen und Smokings.

Derby

Dieser Schuh ist die offene Alternative zum Oxford-Schuh. Man erkennt ihn daran, dass die Lederstücke, auf denen die Schnürung aufliegt, wie kleine Flügel aussehen. Der Derby-Schuh ist in vielen Materialien erhältlich, darunter Glattleder und Veloursleder. Er ist ein perfekter Businessschuh und perfekt für alle Outfits im Bereich Business Casual geeignet.

Monkstrap

Dieser sehr klassische Schuh erlebt in den letzten Jahren ein Revival: Statt einer Schnürung verfügt er über einen oder sogar zwei Lederriemen als Verschluss auf der Oberseite. Er ist extravagant, aber dennoch formell, sodass er zu allen Business-Anlässen und auch zu Hochzeiten getragen werden kann.

Loafer / Slipper

Dieser Freizeitschuh wird eher nicht zum klassischen Anzug kombiniert, sondern zu Smart-Casual-Looks mit Chinos und lockeren Baumwollhosen. Einzig schwarze Lack-Slipper werden häufig zum Smoking oder zum Frack gewählt.

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